Zunächst
behindert durch vereiste Flugbahnen in Paris landete ich, die Gruppe, mit Verspätung in der strahlenden Sonne
Cotonous.
Die
fremde und mir doch innerlich vertraute Welt mit den lachenden, herzlichen
Menschen zog mich sofort „in den Bann“ Den Klima-Schock überwand ich schnell.
Es gab so vieles zu entdecken, zu
erforschen, aufzunehmen.
Gleich
am ersten Tag, dem 9. Januar ging es nach Allada. Bekleidet mit einem langen
Seidenrock, Tigerbluse (Königswappen)
einer Elefantenkette (Symbol des Prinzen) und großem Sonnenhut, nickte mir eine
sehr machtvolle Würdenträgerin des Voodoo zu (die Mutter des Prinzen). Ein Tag
mit sehr hoher Energie.
Neben meinem Stuhl haben sich viele Kinder versammelt. Ein kleines Mädchen fordert
mich immer wieder auf, doch mit zu tanzen. Das traue ich mich aber nicht. Ich
fotografiere sehr viel und tauche
ein in diese fremde Welt. Im Lokal der Königin wird später für unser leibliches
Wohl gesorgt. Anschließend begrüßt uns der Prinz in Rada`s Hotel am Atlantik.
Der
nächste Tag, 10. 1. 2003, führt uns nach Ouidah, zum großen Fest am Sklaventor.
Viele Menschen aus aller Welt haben sich hier versammelt. Den Königen wird ein
großer Schirm mit dem entsprechenden Wappentier gehalten. Von hier aus wurden
die Sklaven in alle Welt verschifft. Wie
uns der weise König später bei einem Essen erklärte, geschah dies auch unter
Beteiligung der eigenen Landsleute. Ein sehr nachdenklicher Tag.
Der 11.
1. führt uns zur Kathedrale Notre Dame. Schöne, festlich gekleidete Menschen,
mit denen wir einen afrikanischen Gottesdienst erleben. Wesentlich lebendiger
als bei uns. Hier gibt es unsere strikte Trennung nicht. Tagsüber diese
Kirche... und abends zum Voodoo. Ökumene wird gelebt.
Am 12.
1. geht es durch Cotonou und auf den großen Markt, auch zu den Fetischen. Im
Voodoo Tempel Adjahouto-Houta erfahren
wir vom Prinzen mehr über die Religion. Sie setzt sich aus Animismus und
Einflüssen des Islam und Katholizismus zusammen. Auch hier gibt es nur einen
Gott; begleitet von Wesenheiten, die wir
als Engel für bestimmte Aufgaben kennen. Über diese wird der Kontakt aufgenommen. Das Königreich ist 700 Jahre
alt, ragt bis nach Nigeria hinein. Der größte und wichtigste Teil verblieb in
Allada. Wir erleben ein Ritual und eine Opferzeremonie für den Frieden. Dabei
berührt mich eine der Tänzerinnen, (stampft in meine linke und rechte Hand) die
in Trance gefallen war, und stellt dadurch eine Verbindung zu einer weiblichen
Wesenheit her. Am Abend findet ein Fest im Tempel statt. Tänzer in rituellen
Gewändern, die Trommler des Tempels. Nun ziehen
mich die Trommler doch zum Tanzen in die Mitte und lachen mich herzlich
an. Später kommt der König mit Gefolge. Es finden Ansprachen statt. Einige
andere Könige und Priester nehmen auch teil. Leider kann ich nichts verstehen.
Der 13.
1. bringt für Interessierte wie mich das Fa Orakel. Es werden keine Fragen
gestellt... sondern auf das geantwortet, was mich gerade bewegt. Es geht um
meine besondere Verbindung zum Prinzen, meine Person/bisherige Entwicklung,
künftige Aufgaben in Benin, ihre Wahrnehmung von mir und meinen Wunsch, die
Voodoo-Initiation zu bekommen. Wie komme ich dazu? Schon als Kind „erlas“ ich
mir die Innere und äußere Welt und reiste so
durch fremde, auch alte Kulturen und Religionen. Später dann real. Der
„rote Faden“, die Übereinstimmung, die Ökumene, die Philosophie, Humanität und
Integration waren schon immer mein
Thema. Vor der Initiation, die erst in der Nacht stattfindet, bekomme ich noch
Zöpfchen. Lasse mir vom Prinzen ein wunderschönes Gewand auswählen und kaufe
es.
Der
nächste Morgen, 14.1., führt uns zur Universität zu einem Festakt. Professor
FAGLA; er fand ein Gegenmittel gegen die Sichelzellen-Anämie, empfängt uns zusammen
mit dem Dekan im Labor. Ich im neuen prächtigen königlichen Gewand und den
Zöpfchen sitze dann zwischen den Studenten, Mitreisenden, Ministern und hohen
Beamten. Die Fernseh- Nachrichten zeigen uns am Abend. Nach der feurigen Rede
des Prinzen auf Fon und Deutsch, des Dekans und einem deutschen Reiseteilnehmer
geht es am Nachmittag nach Abomey in die Königstempel und das Museum.
Nach
einer Fahrt nach Ganviè, dem Venedig Afrikas, einem schönen Essen am 15.1. bei
Rada geht es wieder in den Tempel zur Fragestunde und weiteren Fa-Sitzungen. Statuen
stehen am Rand. Ich suche mir unter einer Maske, 2 Afrikanerinnen und einem
sehr alten Bochio natürlich diesen aus. Das Untere stellt die Verbindung zu den
Ahnen, die Mitte den Wohlstand für Alle und der hintere Teil Jupiter dar.
Am 16.1.
fahren wir sofort in den Tempel, wieder Fragestunde. Bekommen unsere geweihten
Statuen. Als Geschenk Kräuter in einer Flasche, um unter Zusatz von hochprozentigem
Alkohol einen Heilungstrank herzustellen. Eine der Priesterinnen spricht mich
an. Sie sagt: Du hast ein Geschenk für die Mutter des Prinzen und kannst es
nachher überreichen! Das tue ich und sie legt beide Handflächen in die meinen.
Sie sagen und zeigen mir, dass sie mich vermissen, an mich denken werden und
wir verabschieden uns.
Der
Abschluss führt uns noch zum Dagbo Hounon-Hounan, dem obersten Voodoo-Priester,
zu einer Voodoo-Zeremonie nach Ouidah. Ich sitze ganz in seiner Nähe und seiner
Energie. Nach einer Erfrischung in einem nahe gelegenen Restaurant, neben mir
der jüngste Bruder des Prinzen, wollen die anderen sofort zurück. Doch ich kann erreichen, mit
einer anderen Teilnehmerin noch den Python-Tempel (mit Hautkontakt) und den
Heiligen Wald zu sehen. Die sehr alten und ungewöhnlichen Figuren, der kleine
Tempel und der Wunschbaum beeindrucken und berühren mich sehr!
Jetzt
kam der Abschied; von Samsons Familie, die ich dort traf. Ein sehr persönlicher
vom Prinzen und von dem schönen Benin in dem ich mich gleich so wohl und wie zu
Hause gefühlt hatte. Zurück ins kalte Deutschland. Den Bochio hatte ich ins
Handgepäck getan. Wurde in Paris herausgeholt wegen der Metallspitze.
Diskussion. Dann sah der Zöllner mich an: Magic? Ich nickte und er winkte mich
durch! Rannte und erwischte gerade noch meinen Flieger!!.......